heute mal etwas politisch/weltwirschaftliches… warum?
ich bin in fb zur gruppe “Kampagne “Steuer gegen Armut: Die Finanztransaktionssteuer” eingeladen worden.
da es sich hierbei um das thema meiner abitur-präsentation in “politik & wirtschaft” handelt, will ich mich hier quasi stellung zu meiner ablehnung der einladung nehmen.
grundlegend geht es bei der finanztransaktionssteuer um die sogenannte tobin-tax (tobin steuer). diese wurde von james tobin entwickelt um eine wechselkursstabilisierung herbeizuführen und so speziell für kleinere länder mehr handlungsspielraum zu schaffen. die soll erreicht werden, indem eine globale steuer auf divisenhandel eingeführt wird. dies würde das investieren und spekulieren mit währungen und deren wechselkursen unlukrativer machen.
was hat dies nun mit tobin steuer mit der armut zu tun? hier kommen gruppen wie die attac ins spiel, die schon seit jahren die einführung der tobin-steuer fordern.
die attac ist kurzgesagt eine gruppe von globalisierungsgegnern, welche die steuer mit einem *relativ* hohen steuersatz einführen wollen und vorschlagen die einnahmen dieser zur bekämpfung der armut zu nutzen.
ansich ja eine tolle idee. jedoch sollte man bedenken, dass die steuer gerade wenn sie mit einem hohen steuersatz eingeführt wird, der globalen wirtschaft schaden wird. genauer gesagt, sie wird globales investieren womöglich unterbinden oder zumidnest stark eingrenzen, wodurch auch keine hohen steuereinnahmen mehr zu erwarten wären.
dh. wir führen eine steuer ein, die im übertribenen sinne die globale wirtschaft lahm legt und keine einnahmen bringt. und damit auch kein geld für den kampf gegen die armut. im gegenteil, arme länder haben es durch die steuer auch schwerer global wirtschaftlich fuß zu fassen.
james tobin selbst distanzierte sich längst von der attac und stellte seine ziele mit der tobin-tax nocheinmal deutlich heraus. nicht die einnahmen seien entscheident, sondern lediglich das leichte eindämmen der wechselkursschwankungen. ihm ist jedoch auch klar, dass sein konzept nie funktionieren wird, da eine solche steuer wirklich global eingeführt werden müsste um steueroasen auszuschließen und selbst dann wäre ihre wirkung auf die weltwirtschaft nich genau abzusehen.
ich selbst sage nicht nein zum kampf gegen armut, doch ich sage entschieden nein zur schädigung der weltwirtschaft durch globalisierungsgegnern.
es gibt bessere wege der armutsbekämpfung.
2 Kommentare für diesen Eintrag.
3. Dezember 2009, um 08:21
Man Tuxi, Du wirst ja noch FDP-Wähler…
3. Dezember 2009, um 09:07
wer sagt das ich es nich schon bin? -> ach stimmt ja bin ja piratenwähler
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